5 Wahrheiten über Mandarin Lernen, die Du wissen solltest

Mandarin Lernen

Wer mit Mandarin lernen anfängt, hat sich etwas Besonderes vorgenommen. Mandarin, das Hochchinesisch, gilt als eine der schwierigsten Sprachen der Welt. Dabei gibt es 5 Wahrheiten, die nur die wenigsten Menschen wissen, bevor sie mit der Sprache anfangen.

In meinem anderen Beitrag zum Thema Mandarin Lernen„Welches Chinesisch soll ich lernen?“ habe ich bereits den Unterschied zwischen Mandarin und Chinesisch erklärt. Kurz zusammengefasst: Mandarin ist das „Hochchinesisch“, während „Chinesisch“ als der Sammelbegriff für alle chinesische Sprachen und Dialekte gilt. Das heißt, ob Kantonesisch oder Mandarin, oder Shanghainesisch“, sie sind alle Chinesisch. Auch in Taiwan wird Mandarin als Hochchinesisch gesprochen, während viele Dialekte ebenfalls gesprochen werden.

5 Wahrheiten über Mandarin Lernen, die Du wissen solltest, bevor Du damit anfängst:

  • Mandarin ist nicht eine Sprache, sie besteht aus zwei Sprachen: Eine Geschriebene und eine Gesprochene.

    Während Sprachen wie Deutsch oder Englisch die „Schrift“ als Verbindung zwischen dem Gesprochenen und Geschriebenen verwenden, gibt es bei Mandarin zwei parallele Sprachen: Eine geschriebene Sprache – die chinesische Schriftzeichen – und eine gesprochene Sprache – Pinyin. Pinyin beschreibt ausschließlich die Aussprache und trägt nichts zum Aufbau der Sprache bei. Pinyin hat eine einzige Funktion: Sie dient dazu, dass man die Schrift – die Schriftzeichen, aussprechen kann. Deshalb ist Mandarin lernen für die meisten indogermanischen MuttersprachelerInnen besonders schwer, weil sie davon ausgehen, dass die Schrift „automatisch“ eine Hilfe ist, was man spricht, während man beim Mandarin lernen schnell feststellen muss, dass man eigentlich parallel zwei Sprachen lernt.

  • Mandarin hat keine Buchstaben – nicht, was Du als Buchstaben wahrnimmst.

    Wenn man den ersten Punkt verstanden hat, ist der Text besonders leicht nachvollziehbar. Mandarin hat keine Buchstaben – zwar besteht das Aussprachesystem (Pinyin) aus Buchstaben, diese bilden aber die Sprache nicht, sondern sie bilden mit einer schriftlichen Form nach, wie ein Zeichen – also das geschriebene Chinesisch – ausgesprochen wird.
    Zum Vergleich: In Deutsch fängt man mit ABCD an. Gleich danach kann man Wörter lernen, die aus diesen „ABCD“ bestehen wie z.B. A-M-P-E-L. Aus den gleichen Buchstaben kann man z.B. auch Wörter wie „L-A-M-P-E“ oder „P-A-L-M-E“ bilden, obwohl sie miteinander sonst keine Verbindung haben. Denn so funktionieren Buchstaben.
    Bei Mandarin lernt man zwar mithilfe von Pinyin, dass z.B. das Wort „灯“ (Lampe) als „dēng“ ausgesprochen wird. Es würde aber nicht funktionieren, wenn man versuchen würde, aus den gleichen Buchstaben ein anderes chinesisches Wort zu bilden. Nicht nur das, man kann überhaupt nicht einfach aus anderen Buchstaben ein neues Wort oder Zeichen bilden.  Denn 灯 „dēng“ dient als eine „Wurzel“ mit der Grundbedeutung „Lampe“. Wortbildung funktioniert mit der Basis von 灯 (dēng) aber trotzdem. In diesem Fall würde sogar „Ampel“ dazu passen, denn 红绿灯 (hóng lǜ dēng ) bedeutet wortwörtlich „Rot-Grün-Lampe“, bzw. Ampel. Das Wort mit der Wurzel „Lampe“ wird also weiter ausgebaut.
    Da „Palme“ überhaupt nichts mit der Lampe zu tun hat, hat es mit dēng natürlich nichts mehr zu tun.

  • Mandarin Lernen ist einfach!

    Denn Mandarin hat keine Grammatik – nicht, was Du als Grammatik bezeichnest.
    Ich habe in meinem anderen Artikel „Chinesisch Intensivkurs: Vergiss Wortschatz! Lerne „Satzschatz“!“ ziemlich ausführlich erklärt, wie Chinesisch funktioniert, vor allem, dass Grammatik dort praktisch nicht vorhanden ist.
    Kurz zusammengefasst: In Mandarin gibt es keine Grammatik und das macht Mandarin Lernen besonders einfach.

  • Die vier Töne sind beim Mandarin lernen wichtig, aber nicht so wichtig, wie Du denkst.

    In meinem anderen Beitrag „Sind die 4 Töne der chinesischen Sprache wirklich so wichtig?“ habe ich noch ausführlicher erklärt, warum die Töne nicht so entscheidend sind, wie man sonst darstellt. Wer Interesse hat, kann dort mehr dazu lesen.
    Wer die Kurz-Version lesen will: Die Töne sind wichtig, wenn man relativ gut Chinesisch spricht, vergleichbar sind sie wie die Betonung einzelner Silben in Deutsch. Diese ist zwar AUCH wichtig, aber nicht der entscheidende Faktor, ob Kommunikation stattfindet. Viel wichtiger sind ganze Sätze, die man „korrekt“ ausspricht, denn das entscheidet wirklich, ob man versteht und verstanden wird.

  • Du brauchst kein Talent fürs Mandarin Lernen

    Vielleicht glaubst Du, dass Du ein besonderes Talent brauchst, um Mandarin zu lernen, die Wahrheit ist: Das sogenannte „Sprachtalent“ ist für die meisten indogermanischen MuttersprachlerInnen nichts anderes, als ein Instinkt, womit man versucht, die Erfahrungen mit der eigenen Muttersprache auf eine andere Sprache anzuwenden. Daher lernen wir Französisch, Englisch oder Spanisch eigentlich nicht viel anders, als wenn wir Deutsch lernen würden. Denn diese funktionieren so ähnlich, dass man vieles “raten” kann.
    Aber Mandarin funktioniert grundsätzlich anders als die meisten Sprachen, die Du als Deutsch-Muttersprachler/in kennst. Der Instinkt hilft hier nicht weiter, weil alle von vorne anfangen müssen. Darum berichten auch die meisten Schüler/innen über ihre Erfahrung beim Mandarin lernen, dass sie nicht das Gefühl hätten, dass Sprachtalent eine Rolle spiele.

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Hier kannst Du noch mehr lesen übers Chinesisch lernen.

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