Die chinesische Sprache

Wir wissen, dass wir den besten Kurs anbieten, damit Du die chinesische Sprache besonders effizient lernen kannst. Aber …

Wir sind der Meinung, dass Werbesprache bei uns nur im geringsten Anteil vorkommen soll. Wir wollen, dass Du zuerst verstehst, wie die chinesische Sprache funktioniert. Ob Du mit uns Chinesisch lernen willst, überlassen wir Dir. Wir freuen uns über jede/n, der/die den Schritt wagt, das Horizont zu erweitern!

Darum will ich mit der Grundlage anfangen, um Dir ein Bild über die chinesische Sprache zu vermitteln. In diesem Artikel möchte ich Dir erklären:

  • Was für eine Sprache ist die chinesische Sprache?
  • Wie funktioniert die chinesische Sprache, wenn man sie mit Latein, Deutsch und Englisch vergleichen würde?
  • Was macht Chinesisch anders als andere Sprachen?
  • Warum sind Sätze so wichtig für die chinesische Sprache?

In diesem Bereich wird das Thema etwas spezifischer. Ich, eine begeisterte Sprachwissenschaftlerin, Sinologin und Anglistin, liebe es, Chinesisch in einem „big picture“ zu sehen und zu intepretieren.

Es kann sein, dass der Stoff für einige Leute zu trocken wird, aber er bietet die solide Basis für unseren besonders einfachen Kurs und wenn Sie 2 Minuten investieren, um diese Seite genauer zu lesen, werden Sie vieles über die chinesische Sprache erfahren, was Ihnen bis heute noch nie jemand erzählen konnte.

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Chinesisch ist eine der ältesten Sprachen der Welt. Die meisten Menschen wissen das, aber was es bedeutet, dass eine extrem alte Sprache so lebendig in der modernen Gesellschaft existiert, verstehen nur wenige Menschen.

In Chinesisch bedeuet es: Die Schriftform ist bereits über 2000 Jahre alt, während die „moderne Form“, nämlich, dass das was gesprochen wird auch so aufgeschrieben wird, gibt es erst seit gut 100 Jahren.

Vor 100 Jahren haben die Menschen Alt-Chinesisch geschrieben. Der Unterschied zwischen den beiden Formen (geschrieben und gesprochen) ist so groß, dass es mit Deutsch (gesprochen) und Latein (geschrieben) verglichen werden kann.

Anfang des 20. Jahrhunderts kam eine Bewegung, nämlich „die Schaffung mundartlicher Literatur“. Sie brachte Menschen dazu, ähnlich zu schreiben, wie man spricht. Diese Bewegung war der Beginn einer langen Entwicklung, die bis heute andauert.

Drei Eigenschaften unterscheiden Chinesisch von den meisten anderen Sprachen:

1. Chinesisch besteht aus zwei Sprachen: Das Gesprochene (modern) und das Geschriebene (alt)

Um dieses Konzept zu verstehen, muss man eines verstehen: Chinesisch zu lernen ist nicht vergleichbar wie Deutsch oder Englisch zu lernen, sondern wie Deutsch oder Englisch und Latein gleichzeitig zu lernen.

Wie Latein existiert die Sprache schon sehr lange. Seit über 2000 Jahren hat sich die Schrift kaum verändert. Die einzige bedeutende Veränderung war die Schrift-Reform im Jahr 1956, durchgeführt in Festland China, trotzdem sind die Schriftzeichen ziemlich nah am Ursprung geblieben. Jedoch hat sich die gesprochene Sprache über 2000 Jahre stets verändert. Daher ist es ziemlich zutreffend, wenn man Chinesisch mit Deutsch UND Latein vergleicht.

Auch inhaltlich ist Chinesisch vergleichbar mit Latein, die Wurzel eines Wortes funktioniert manchmal wie die Original-Bedeutung, aber oft auch nicht mehr. Viele Wörter haben sich schon längst von deren Ursprung so weit entwickelt, dass man nicht mehr erraten kann, was sie früher bedeutet haben.

Das „Schlimme“ an dieser Kombination, im Vergleich zu Latein: Alt-Chinesisch wurde nie als eine andere Sprache gesehen. Chinesen lernen diese selbstverständlich und halten ihre Kenntnisse über das Alt-Chinesisch für einen Teil der modernen Sprache, während Alt-Chinesisch ziemlich haargenau wie das Latein funktioniert: Es ist eine eigenständige Sprache und wird integriert in das moderne (gesprochene) Chinesisch.

Für die Muttersprachler ist das Phänomen kaum bekannt: Sie halten ihre Kenntnisse von Alt-Chinesisch für „Allgemeinwissen“, was aber für SprachschülerInnen unmöglich als „Allgemeinwissen“ erreicht werden kann!

Damit Sie das Konzept besser verstehen können, habe ich das Wort „capit“ als Beispiel:

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Stellen Sie sich vor, Sie haben mit Latein angefangen, um Englisch zu lernen. So lernen Menschen Chinesisch zur Zeit.

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2. Aussprache und Schriftzeichen haben absolut keine Verbindung

Selbst wenn Sie Latein lernen, gilt eine Regel: Die geschriebene Sprache (Alphabet) gibt Ihnen Hinweise, wie ein Wort ausgesprochen wird. Das gilt für alle indogermanische Sprachen. In Deutsch z.B. schreibt man genau so wie man spricht.

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Chinesisch funktioniert nicht so. Das gesprochene Chinesisch hat ein eigenes System, das ebenfalls als Hinweis dient, wie man ein Wort spricht (“pinyin”). Aber dieses System hat absolut keine Verbindung zur Schriftform. Der einzige Weg, um die Aussprache zu merken, ist auswendig Lernen.

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Daher dienen Schriftzeichen nicht als Hilfe, sondern als Hindernisse, wenn man mit der Sprache anfängt. Stellen Sie sich etwa so vor, als würden Sie gleichzeitig Englisch und Latein lernen, und dazu noch, dass das Latein ein eigenständiges, ganz anderes Schriftsystem verwendet als Englisch. So lernen Menschen Chinesisch zur Zeit.

3. Chinesisch ist eine Kontext-basierte Sprache

Das ist schwer vorstellbar, für viele, die es immer gewohnt sind, dass einzelne Wörter eindeutige Bedeutungen haben. Man erwartet, dass jedes Wort doch eine „echte“ Funktion hat, dafür sind Würter doch da, oder?

Z.B. in Englisch heißt „Tasche“ einfach „bag“. Wenn man sich dieses Wort gemerkt hat, kann man gleich auf den Markt gehen und mit diesem einen Wort „bag“ kann man sich schnell verständigen, was man sucht.

Aber Chinesisch funktioniert nicht so. Wenn man das Wort „bao“ (Tasche) ganz korrekt gelernt hat, mit der richtigen Tonlage, kann man sich trotzdem nicht klar ausdrücken. Weil Chinesisch nicht auf dem Alphabet basiert ist, dazu kommt, dass Chinesisch keine Regeln für die Aussprache der Schriftzeichen hat. Außerdem hat Chinesisch keine Grammatik: Kein Singular oder Plural, keine Zeiten und Fälle. Man setzt einfach Wörter zusammen, wie „früher“, um die Vergangenheitsform auszudrücken und „bereits“ dient als das Perfekt. D.h., alles, was man in den indogermanischen Sprachen verwendet, um Misverständnisse zu vermeiden, gibt es in Chinesisch nicht. Wie vermeiden die Chinesen Missverständnisse?

Sie verwenden ganze Sätze. Der Kontext ist die Lösung.

Selbst beim Kennenlernen finden solche Gespräche ganz normal statt:

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Das zeigt eindeutig, wie wichtig der Kontext in Chinesisch ist.

Daher ist es fast nutzlos, einfach ein Wort wie „bāo” möglichst perfekt auszusprechen, das ist sowohl schwer, als auch unnötig. Wenn man aber den ganzen Satz “wo xiang mai yige shoutibao” lernt:

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Damit ist es beinahe unmöglich, dass man missverstanden wird.

Und das ist die Basis unserer Methode: Sie lernen ganze Sätze, immer mit dem richtigen Kontext. Dabei müssen Sie nicht die Tonlagen oder Schriftzeichen lernen, um möglichst schnell zu kommunizieren.

Denn, Sie müssen nicht perfekt sein, um Chinesisch zu lernen.